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Hochrhein - oberer

Von Mammern nach Schaffhausen

Nach sechs Tagen Dauerregen und Höchsttemperaturen von 8 °C fällt es schwer, der Wetterprognose, die ein traumhaftes Herbstwochenende verspricht, Glauben zu schenken. Doch allein der Plan, den Austritt des längsten deutschen Flusses aus dem Bodensee zu befahren, motiviert die überraschend große 13-köpfige Gruppe zur Anreise. Der kleine Hafen mit Schiffsanleger im schweizerischen Mammern erweist sich als ideale Einstiegsstelle mit Kiesstrand und genügend Platz, um unsere zehn Boote in Ruhe vorzubereiten. Und siehe da, der Nebel löst sich auf, die Sonne kommt und wärmt. Bei Windstille und glattem See paddeln wir los gen Westen, wo sich dessen Ende schon vermuten lässt. Wir queren den hier noch breiten Bodensee und setzen ans deutsche Ufer über, an dem wir bald Öhningen passieren. Unterwegs gibt Holger hilfreiche Tipps zum Verhalten auf Großgewässern und Schifffahrtsstraßen. Mit der allmählichen Verengung des Sees bemerken wir, wie dieser zunehmend das Erscheinungsbild eines Flusses annimmt. Mit unserer Beobachtung und dem Umfahren kleiner Inseln spüren wir zunächst fast unmerklich, doch bald deutlich, das Einsetzen von Strömung. Nach knapp eineinhalb Stunden ist Stein am Rhein und damit das Ende des Schwabenmeers erreicht. Der Hochrhein nimmt jetzt seinen freien Lauf. Zügig kommen wir, umrankt von meist bewaldeten Ufern, in der hügeligen Voralpenlandschaft voran. Außer der Breite und Tiefe des glasklaren Wassers verdeutlichen gelegentlich Motorboote und Passagierschiffe: Wir sind auf einem, wenn auch noch kleinem Großfluss. Ohne jegliche Schwierigkeitsgrade erreichen wir nach zweieinhalb Stunden den Campingplatz Diessenhofen und unsere Zelte. Lediglich vor den in der strammen Strömung stehenden Pfählen warnen wir unsere zwei jungendlichen Mitpaddler. Auch am nächsten Morgen und nach kühler Nacht setzt sich die Sonne gegen die dichten grauen Schwaden durch und beflügelt erneut unsere Begeisterung für die herrliche Tour. Weiter geht’s durch die idyllische Landschaft, die hin und wieder von romantischen alten Ortschaften mit typisch schweizerischem Flair unterbrochen wird. In Schaffhausen beenden wir nach knapp drei Stunden die zweite Etappe und booten beim ortsansässigen Kanuverein am rechten Ufer aus, kurz vor der Eisenbahnbrücke aus markantem Stahlgerippe. Am gegenüberliegenden Ufer sehen wir die steile, schmale Treppe über die man in wenigen Gehminuten zur Station der Bahnstrecke zurück nach Mammern gelangen könnte. Wir haben die Autos jedoch bereits da und nutzen die verbleibende Zeit zur Besichtigung des beeindruckenden Rheinfalls oder für einen Cappuccino alla Suisse.

Fakten:

Einsetzen: Hafen in Mammern, Seestraße, Kurzpark- und Ablademöglichkeit.

Parken: Bahnhof Mammern, gebührenpflichtig, 3 Gehminuten zum Einstieg.

Aussetzen: Kanuverein Schaffhausen, Fischerhäuserstraße, rechts vor Eisenbahnbrücke.

Parken: Gebührenpflichtiger Parkplatz gegenüber Aussatzstelle.

Strecke: 24 km, 5 Stunden.

Übernachtung: Camping „Läui“ kurz vor Diessenhofen, geprägt von Dauercampern, dennoch sehr ursprünglich, kleine Gaststätte mit Hausmannskost, Zelte willkommen, nur 2 Touristenplätze für Wohnwagen, daher Anmeldung für Wohnwagen unbedingt nötig!

Option zur Rückfahrt: Stündlicher Bahnverkehr nach Mammern, dazu links ausbooten.

Besonderheiten: Personalausweis mitführen (Grenzfluss), Kennzeichnungspflicht der Boote, Schweizer Münzgeld für Parkscheinautomaten nicht vergessen!

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