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Müritz

Mecklenburgische Kleinseenplatte

Eine Gepäckfahrt im August

Warum haben wir das nicht schon früher gemacht? Diese Frage sollte die häufigst gestellte Frage im diesjährigen Urlaub sein. Wir starten mit unseren Seekajaks in Granzow am gleichnamigen See. Bald setzt Regen ein. Der Mirower See begrüßt uns unfreundlich mit starken Schauern und heftigem Wind. Also holen wir in Mirow erst einmal unser Frühstück nach. Die Rechnung geht auf, der Regen verzieht sich. Seen (Zotzen-, Mössen- Vilz- Peetsch-, Labussee), Kanäle und Havel wechseln sich ab, begleitet von Motorbooten, Hausboten und allem was schwimmt. Gewusel auf dem Wasser umgeben von herrlicher Natur. Wir lernen unterwegs zwei nette, etwas chaotische junge Kanadierfahrer kennen, die wir bei der nächsten Schleuse und am Tag darauf auch noch einmal in Wesenberg treffen. Sie machen die Tour schon zum zweiten Mal, weil sie so cool ist. Unser Zelt bauen wir am ersten Abend im Ferienpark am Labussee kurz vor Canow auf, nachdem der Wind wieder gut zugelegt hat. Hier fällt mir sofort ein super Holz-Seekajak auf, das erst einmal bestaunt werden will. Nach einem erfrischenden Bad machen wir uns über die Reste von unserem reichhaltigen Frühstück her.

Am nächsten Tag verlassen wir den Labussee in den Gobenowsee und damit auch die Motorboote. Es folgen Klenz- und Plätlinsee, der am Seeausgang in die Schwanenhavel führt. Die Sonne brennt gnadenlos vom wolkenlosen Himmel, Segelboote und Kanus kreuzen unseren Weg. Gleichmäßig ziehen wir unsere Paddel durchs Wasser. Die Schwanenhavel ist sehr verkrautet und eng aber dennoch gut befahrbar.  Kurz vor Wesenberg schlagen wir bei der Marina unser Zelt auf (im Übrigen das einzige). Dieser Platz, direkt an der Havel wird als sehr ruhig beschrieben. Wäre er auch bestimmt gewesen, wäre nicht bis in die frühen Morgenstunden der Mähdrescher durch die benachbarten Felder getourt. Das wissen wir aber noch nicht, als wir dem Tipp der Bistrobesitzerin folgen und uns in Wesenberg von einem hervorragenden gebratenen Aal verwöhnen lassen.

Der dritte Tag führt uns über den Woblitzsee, ein Stück Havel, den Großen Labussee zum Useriner See, der wieder motorbootfrei ist, um den Ziegenwinkel herum in den Zierzsee. Sicher sind wir nicht, aber aufgrund der Größe vermuten wir hoch über unseren Köpfen Seeadler. Weit und breit niemand zu sehen, Ruhe und der Einklang mit der Natur füllen uns aus. Wir queren den Görtowsee und stärken uns in Blankenförde mit selbstgebackenem Apfelkuchen und Kaffee. Dann müssen wir noch den Abzweig in den Jamelsee finden zu unserem nächstem Ziel, dem Campingplatz Märchenwald (Achtung: freilaufende Hühner). Treidelnd erreichen wir den Jamelsee.  Im Wald mit eigener Badebucht steht unser Zelt. Mit einem guten Essen in Kakeldütt beenden wir den herrlichen Paddeltag.

Der letzte Tag unserer Gepäckfahrt führt uns über den Jäthen-, Zotzen-, Pagel, Schulzen- und Granziner See zu unserer Ferienwohnung in Granzin. Von hier aus unternehmen wir Tagestouren, zu Fuß, zu Wasser und mit dem Auto. Wir tauschen unsere Seekajaks gegen einen wendigen Kanadier und machen uns auf die Suche nach Fischadler, deren Horst wir auf einem hohen Strommasten in der Nähe des Pagelsees bei einer Wanderung gesehen haben. Und tatsächlich scheuchen wir (leider) einen Fischadler auf, der sich dicht über unsere Köpfe in die Höhe schraubt. Das ist der Höhepunkt unserer Reise.

Am Müritzsee, an der Boeker Mühle, gibt es einen Rundwanderweg mit Seeadleraussichtsplattformen. Also wir sagen mal, wir haben welche beobachtet. Einen Ausflug wert ist Neustrelitz, die Partnerstadt von Schwäbisch Hall, ebenfalls die Havelquellseen, die Fischräucherei in Babke und, und, und.

Warum haben wir diese Reise nicht schon früher gemacht? 

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