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Schwarzach

Unterwegs in der Oberpfalz

Am Regen hat man uns die Schwarzach als schönen und natürlichen Flusslauf mit mehr Strömung empfohlen. Die Sache mit der Strömung ist sehr subjektiv, wir empfinden die Strömung der Schwarzach als ausgesprochen gering bei normalem Wasserstand. Bei Hochwasser sieht das sicher anders aus, dann kann die Schwarzach sicher auch gefährlich werden, da sie stark mäandriert und immer wieder unerwartet Baumhindernisse auftauchen.

Wir starten in Neunburg v. Wald, einem beschaulichen kleinen Städtchen mit guten Einkaufsmöglichkeiten zur Proviantierung. Etwa 40 Kilometer ist die Schwarzach alt, als wir die Boote unter der Straßenbrücke beim Freibad zu Wasser lassen. Sie wird uns nun etwa 36 Kilometer bis zur, Luftlinie nur 20 Kilometer entfernten, Mündung in die Naab bringen. Ja, richtig gelesen: Die Flussstrecke ist fast doppelt so lang wie die Luftlinienentfernung. Schon auf der Fahrt zur Einsatzstelle konnte immer wieder ein Blick auf den sehr stark durch Wiesen und Feldern mäandrierenden Fluss geworfen werden.

Wir lassen unsere Boote zu Wasser und gleiten auf leichter Strömung über glasklares Wasser dahin. Das Ufer ist weitgehend von Schwarzerlen bestanden, dahinter finden sich Wiesen und Felder.

Bereits nach wenigen Kilometern müssen wir in Pettendorf vor der kleinen Brücke aussetzen, da ein in voller Breite querliegender Baum die Durchfahrt unmöglich macht. Gleich hinter der Brücke setzen wir wieder ein und fahren weiter. Die Schwarzach schlägt wilde Bögen. Eine Kompassnadel würde hier einen langsamen Walzer tanzen. Wir aber gleiten weiter dahin über einen ruhigen Fluss an welchem sich heute, Ende August, kaum ein Angler findet und den wir so fast ganz für uns haben. Es geht vorbei an Schwarzhofen. Gelegentlich durch ein kleines Stück Wald. Hier und da hören wir einen Traktor auf einem Feld, sonst nur die Kirchenglocken oder wenn der Flusslauf sich der Straße nähert ein Auto, doch dies ist selten.

An einem unfahrbaren Wehr kurz vor Zangenstein nehme ich ein wunderbares Bad im Fluss während die Kinder Flusskrebse suchen und Libellen nachjagen. Auf der frisch gemähten Wiese spielen wir Ball und stärken uns an den mitgebrachten Snacks.

In Zangenstein-Meisendorf beenden wir unseren ersten Paddeltag auf der Schwarzach. Während meine Frau Nicole die Boote versorgt und die Kinder am und im Fluss spielen, versuche ich zu unserem Auto zu kommen. Bus ist hier aussichtslos, da hilft nur der Daumen. Schon nach wenigen Minuten hält eines der wenigen vorbeikommenden Autos und nimmt mich mit bis nach Neuenburg v. Wald. Ideal, da nehme ich auch das Geschimpfe über die Biberschäden in Kauf vom ansonsten freundlichen Chauffeur.

Meisendorf bei Zangenstein ist sehr abgelegen. Daher starten wir am nächsten Tag unsere Tour erst in Altendorf und lassen damit etwa zwei Kilometer Fluss aus. Dafür ist Altendorf am Abend wieder ohne Probleme durch trampen erreichbar.

Wir starten in Altendorf direkt an der Brücke über die Schwarzach. Ein Angler warnt uns, die Dorfbewohner sähen es nicht gerne, wenn am Fluss geparkt würde, so laden wir nur unsere Boote und die Ausrüstung ab und parken dann auf nahen, offiziellen Parkplätzen und nicht neben dem Feldweg am Fluss.

Ins Wasser starten wir mit einer lustigen kleinen Rutschpartie vom Ufer aus und lassen uns an zahlreichen Mühlen vorbei und über kleine, immer fahrbare oder leicht zu umtragende Wehre auf ruhig dahinfließendem Wasser in Richtung Naab tragen. Zwei oder drei Bäume liegen auch heute quer, doch können sie von uns mit eingezogenen Köpfen umfahren oder unterquert werden.

Am Mittag ist der Ort Schwarzach erreicht, und wir entdecken ein Schild am Baum, das uns einen Biergarten anzeigt. Ein Landungssteg macht den Ausstieg angenehm. Leider ist der Biergarten nur am Wochenende und feiertags bewirtschaftet, und das Hinweisschild ist wohl vorwiegend für die Feriengäste des Hofes gedacht. Wir bekommen trotzdem einen leckeren Flammkuchen gewärmt, werden mit Cappucino und Cola, Wasser und einem kühlen Hefeweizen verwöhnt. Lars und Svea genießen den weitläufigen Hof und die unkomplizierte Art des Biergartens. Dank der Feriengäste sind diverse Kettcars und Dreiräder vorhanden, die von ihnen um verschiedene Hindernisse bewegt werden. Eine willkommene Abwechslung und Bewegungsmöglichkeit für die Kinder vor der Weiterfahrt auf dem Wasser.

Wir fahren weiter durch Wiesen und Felder, der Naab entgegen. Allmählich hat der Fluss mehr Wasser, es ist aber immer noch sehr sauber und so landen wir an einer kleinen Sandbank und nehmen ein erfrischendes Bad. Der Stromzug ist jetzt leicht stärker geworden. Vor Pretzabruck passieren wir ein Wehr. Viel Wasser wird hier abgeleitet, um die Mühle in Pretzabruck zu speisen. Als das Wasser wieder da ist, paddeln wir am Ort vorbei bis zur Mündung. Die Mündung der Schwarzach ist ein kleines Delta, leider direkt unter der stark befahrenen Autobahn gelegen und damit sehr laut. In der Naab drehen wir nur eine kleine Schleife und paddeln dann zurück, flussaufwärts zur Aussatzstelle in Pretzabruck.

Das Tramperglück ist mir hold und schon eine halbe Stunde später habe ich das Auto geholt, und wir können mit dem Verladen der Boote beginnen und zum Campingplatz am Murner See zurückkehren. (Ralf)

Fakten:

Fahrtstrecke Neunburg v. Wald zur Naabmündung 36 Kilometer

Gemütlicher kleiner Wanderfluss ohne besondere Ansprüche bei normalem Wasserstand. Viele Wehre, meist fahrbar oder leicht zu umtragen, häufig Baumhindernisse im Wasser. Flusslauf sehr stark mäandrierend.

Einsetzen: Unter Brücke am Freibad Neunburg v. Wald

Parken: Am Freibad (GPS Koords: N 49°21'4.08" E 12°23'0.49")

Aussetzen:Brücke in Pretzabruck gleich hinter der Mühle  (GPS Koords: N 49°23'37.17" E  12° 9'59.34") etwa 1,2 km vor Naabmündung

Parken: An der Aussatzstelle oder gegenüber im Ort

Strecke:

1. Tag Neunburg v. Wald à Zangenstein

2. Tag Zangenstein oder Altendorf à Pretzabruck

Übernachtung: Kein Tip, sorry

Option zur Rückfahrt: Leider ist die Busverbindung sehr dürftig auf dieser Strecke, insbesondere während der Ferienzeiten. Trampen hat jedoch sehr gut geklappt von Zangenstein nach Neunburg v. Wald (Tag 1) und von Pretzabruck nach Altendorf (Tag 2).

Besonderheiten: Ausgesprochen schöner, sehr stark mäandrierender Flusslauf mit teils wilder Schleifenbildung. Fließt durch Wiesen und kleine Wälder, sehr natürlich. Gelegentlich Biberspuren am Ufer. Sehr klares Wasser, sauber, teils gute Bademöglichkeiten an den Wehren oder unterwegs. Keine ausgewiesenen Rastplätze oder Zeltmöglichkeiten.

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